Die Geschichtenerzählerin zwischen Struktur und Poesie
Ling bewegt heute Pixel statt Millionen und verbindet dabei kreative Intuition mit klarer Struktur. Zwischen Grossstadttrubel und alpiner Stille findet sie ihre Inspiration und schafft visuelle Welten, die berühren und nachhallen.
Welche beruflichen Stationen hast du hinter dir?
Ich war schon immer neugierig und habe am liebsten durch Ausprobieren gelernt, während und neben meinem Studium. Nach dem College landete ich eher zufällig in einem Hedgefonds und bewegte täglich Millionenbeträge, lange bevor ich wusste, dass ich einmal Pixel verschieben würde. Schnell merkte ich, dass meine Leidenschaft im Kreativen liegt. Nach meinem Studium in Interior Design und Szenografie arbeitete ich als Szenografin und fand schliesslich meinen Weg ins CGI, wo ich Kreativität mit Struktur verbinden kann.
Welches ist deine ganz persönliche Superkraft – und wie setzt du sie ein?
Meine Superkraft ist eine Mischung aus Empathie, Optimismus und Ruhe. Ich bleibe auch in hektischen Momenten fokussiert, behalte den Überblick und versuche, eine positive Stimmung im Team zu schaffen. Mit einer ruhigen Haltung und echtem Verständnis für andere lassen sich auch komplexe Herausforderungen gemeinsam lösen.
Was hat dich zu Nightnurse gebracht?
Während meines Studiums stiess ich auf Nightnurse Images und war sofort von der warmen, poetischen Bildsprache berührt. Dieser Eindruck blieb. Nach meinem CGI Praktikum fühlte sich die Bewerbung wie ein logischer Schritt an. Ich startete als Junior Visualizer und arbeite heute als Project Lead, wo ich Ideen bündele und in klare visuelle Erzählungen übersetze.
Welche Räume oder Orte faszinieren dich besonders und wieso?
Mich faszinieren Kontraste. Ich liebe Grossstädte wie Hongkong, New York, Paris oder Tokio mit ihrer vibrierenden Atmosphäre. Gleichzeitig ziehen mich stille Orte an, eine Berghütte in den Alpen oder eine ruhige Bucht auf Korfu. Beide Extreme schärfen meinen Blick für Raum und Stimmung.
Was ist das Schönste, das je visualisiert wurde?
Ich bewundere Monets Seerosen, Ryoji Ikedas präzise Bildwelten, Rembrandts Licht und auch chinesische Tuschemalerei. Was sie verbindet, ist Atmosphäre und Präsenz. Und doch bleibt die unberührte Natur das Schönste überhaupt, ein Referenzpunkt, den kein Bild vollständig erreicht.
Was machst du am liebsten, wenn du nicht als Nachtschwester unterwegs bist?
Am liebsten bringe ich Menschen zusammen. Ich koche für Freunde und Familie, geniesse guten Wein und Musik, die den Raum füllt. Wenn Gespräche fliessen und bis spät in die Nacht gelacht wird, ist das mein perfekter Ausgleich.