Der neugierige Tüftler mit einem Gespür für Atmosphäre.
Für Damian Wachonski ist Architekturvisualisierung weit mehr als das blosse Abbilden von Räumen – es ist die Kunst, Stimmungen einzufangen, Atmosphäre zu verdichten und Architektur erlebbar zu machen. Mit seiner Leidenschaft für neue Technologien und experimentelle Ansätze lotet er immer wieder die Grenzen des Machbaren aus und treibt die Qualität seiner Bilder stetig voran.
Welche beruflichen Stationen hast du hinter dir?
Meine Reise als 3D-Artist begann in Rotterdam, wo ich nach meinem Masterabschluss in Delft meine ersten professionellen Erfahrungen in der Branche sammelte. Ein Jahr später zog es mich nach Zürich, wo ich drei Jahre lang als 3D-Artist mit Fokus auf Architekturwettbewerbe arbeitete. In dieser Zeit habe ich nicht nur mein technisches Wissen vertieft, sondern auch gelernt, wie entscheidend Visualisierungen sind, um ein architektonisches Konzept nicht nur darzustellen, sondern emotional erlebbar zu machen.
Was ist deine ganz persönliche Superkraft – und wie setzt du sie ein?
Meine Neugier. Ich hinterfrage ständig, wie sich Visualisierungen weiterentwickeln lassen und welche neuen Methoden das Potenzial haben, das gewünschte Ergebnis noch präziser oder eindrucksvoller zu gestalten. Architekturvisualisierung ist für mich ein Feld voller ungenutzter Möglichkeiten – sei es durch neue Software, unkonventionelle Ansätze oder das gezielte Zusammenspiel von Licht und Materialität. Diese Forschungsfreude treibt mich an, meine eigene Arbeitsweise immer weiter zu hinterfragen und zu verbessern.
Was hat dich zu Nightnurse gebracht?
Während meines Architekturstudiums habe ich gelernt, dass die spannendsten Entwürfe oft aus ihren Beschränkungen heraus entstehen – indem man Grenzen nicht als Hindernis, sondern als kreative Werkzeuge begreift. Eine Visualisierung ist für mich mehr als eine Darstellung – sie ist eine Übersetzung von Emotionen, die Architekt*innen in ihre Projekte einfliessen lassen. Meine frühere Begeisterung für Fotografie hat mich dazu gebracht, mich intensiv mit Farbtheorie und Bildkomposition auseinanderzusetzen. Bis heute fasziniert mich der technische Aspekt der Bildgestaltung, und ich liebe es, mit Licht, Perspektiven und Materialwirkung zu experimentieren, um die Essenz eines Entwurfs spürbar zu machen.
Welche Räume oder Orte faszinieren dich besonders und warum?
Ich liebe weite, offene Landschaften – besonders in den Bergen. Sie bieten mir eine Perspektive, die im Alltag oft verloren geht: ein buchstäbliches „Herauszoomen“ aus der Routine. Die massiven Felsformationen, die organischen Linien der Natur und die scheinbar unendliche Weite helfen mir, Abstand zu gewinnen und die Welt aus einer neuen Sichtweise zu betrachten. Es ist ein faszinierender Kontrast zu meiner Arbeit, wo ich mich oft in feinsten Details verliere.
Was ist das Schönste, das je visualisiert wurde?
Ich war schon immer von Veduten fasziniert – den kunstvollen Stadtansichten, in denen Künstler mit subjektiver Interpretation Architektur zum Leben erwecken. Mit der Zeit habe ich aber auch eine grosse Wertschätzung für Naturdarstellungen in der Malerei entwickelt. Besonders Claude Monets Werke inspirieren mich – seine Art, das Chaos und die Harmonie der Natur in einem einzigen Pinselstrich zu erfassen, ist ein spannender Gegenpol zu unserer digitalen Welt, in der jeder Parameter kontrollierbar scheint. Die wahre Kunst liegt oft darin, gezielt das Unkontrollierbare zuzulassen.
Was machst du am liebsten, wenn du nicht als Nachtschwester unterwegs bist?
Wenn ich nicht arbeite, findet man mich mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwo in der Umgebung von Zürich auf meinem Fahrrad – eine Leidenschaft, die mich seit Jahren begleitet. Ob auf langen Rennradtouren über alpine Pässe oder bei einer Wanderung in der Natur – für mich ist die Kombination aus Bewegung, frischer Luft und Herausforderung der perfekte Ausgleich, um neue Energie zu tanken.