Ein Teilprojekt auf der grössten Industriebrache der Schweiz
Umgeben von einer idyllischen Hügellandschaft entlang der Aare, zwischen Riedholz und Luterbach gelegen, befindet sich das Attisholzareal, die grösste Industriebrache der Schweiz. Sie erlebt eine schrittweise und vielschichtige Entwicklung. Basierend auf dem Prinzip der «urbanistischen Porosität» und dem Leitgedanken «Schicht für Schicht», verwebt das Projekt Alt und Neu auf gekonnte Weise. Die architektonische Gestaltung, inspiriert vom swahilischen Geschicklichkeitsspiel Jenga, nutzt das historische Kochereigebäude als Rückgrat und erweitert es mit neu gestapelten Baukörpern. Diese architektonische Struktur ermöglicht ein harmonisch fliessendes, durchgängiges Raumerlebnis, das vom urban gestalteten Erdgeschoss bis zum naturnahen Dachgarten reicht. Trotz seiner Komplexität bleibt das historische Gebäude sichtbar und erhält seine Rolle als identitätsstiftendes Element der Region. Ein spannendes Teilprojekt des Areals, das sich über Jahre hinweg in einer Transformationsphase befindet.
Wettbewerbsvisualisierungen
Fotografie und Drohnenaufnahmen
Beim Visualisierungskonzept musste die grosse Volumetrie der neuen Gebäude integriert werden, ohne dass diese optisch zu schwer wirkt. Zudem war es SSM Architekten wichtig, den industriellen Charakter des Quartiers visuell herauszustreichen und gleichzeitig die Neubauten durch entsprechende Materialien mit Patina und Gestaltungselemente, etwa Graffiti, zu inszenieren. Eine weitere Aufgabe bestand darin, das vielfältige Leben im Quartier visuell einzufangen und darzustellen, wobei eine Balance zwischen Privatsphäre und Offenheit gewahrt werden musste. Zusätzlich gab es aufgrund mangelnder Umgebungsfotografie wenig Kontext, um die Renderings in das konkrete Umfeld einzubetten. Hier mussten wir eine Bildsprache finden, die aus einem Hybrid, bestehend aus Umgebung und Fotocollage, bestand. Kurz gesagt: Es galt, eine visuelle Sprache zu entwickeln, die sowohl die industrielle Geschichte als auch die dynamische Zukunft des Areals würdigt.
Das Projekt erforderte eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der bestehenden Architektur und deren Einbettung in das neue, städtische Gefüge. Wir haben bewusst Perspektiven gewählt, welche die neuen architektonischen Elemente vorteilhaft und in Harmonie mit dem bestehenden Industrieambiente präsentieren. Die Belebung der Renderings erfolgte durch gezielte Nachbearbeitungen mittels Photoshop, wobei wir auch die gewünschten Elemente wie Patina, Schmutz und Graffiti hinzugefügt beziehungsweise erhalten haben, um die neuen Gebäude authentisch und harmonisch in ihre Umgebung einzubetten. Das Kombinieren von Bildelementen aus Bestandsfotos und Renderings ergab schliesslich die hybridartige Inszenierung, die sowohl realistischen Anspruch als auch roh-gerenderte, also abstrakte, Komponenten enthält. Die idyllisch wirkenden Renderings bringen auf gekonnte Weise die historische Substanz des Ortes zum Ausdruck und vermitteln gleichzeitig die neue Belebung des Quartiers.